Auschwitz 2015

Veröffentlicht in Auschwitz

Unsere Woche in Auschwitz

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In der Zeit vom 22. November 2015 bis 27. November 2015 besuchten wir, vier Schülerinnen der OBS Marklohe und Frau Firley, Auschwitz.
Um 22 Uhr fuhren wir vom Bahnhof in Nienburg los. Viele Schüler von verschiedenen Schulen hatten sich dort versammelt, um die von der Evangelischen Jugend organisierte spannende Reise nach Polen anzutreten. Die Fahrt war sehr anstrengend. Am 23. November um ca. 10:00 Uhr kamen wir an der Jugendbegegnungsstätte an. Wir hatten vorab geplante Tagesabläufe. In einer vierstündigen Führung durch das Stammlager I sahen wir, wie die Menschen vor und nach der Inhaftierung gelebt hatten. Vorher waren sie glücklich mit ihren Familien, Bekannten und Freunden. Sie haben ein Leben geführt wie wir jetzt.  Nach der Inhaftierung wurde ihnen das Leben wortwörtlich zur Hölle gemacht. Die Lebensweise, spricht Kultur, Religion, Privat- und Sozialleben verschwanden. In den Augen der Offiziere waren sie nur noch die Nummern, die ihnen auf die Haut tätowiert worden sind. Sie bekamen wenig Essen und Trinken und keinerlei Respekt. Sie wurden wie Abfall behandelt. In einem der vielen Räume sahen wir Gegenstände, die die Leute damals benutzt hatten und ihnen gehörten. Koffer, Kleidung, Schuhe, Brillen, Bürsten und sogar Haare. In einem weiteren Raum befanden sich die gefundenen Dosen mit Zyklon B, mit denen die Inhaftierten vergast wurden. Es wurde alles gesammelt.
Am nächsten Tag wurden wir durch Oswieciem (Auschwitz) geführt und erfuhren etwas über die Geschichte der Juden dort. Bei einem Zeitzeugengespräch bekam die Geschichte der Inhaftierten dann noch mal ein persönliches Gesicht. Wie am Ende jedes Tages verbrachten wir eine Stunde in unseren Workshopgruppen und redeten über den Tag.
Als wir dann Ausschwitz Birkenau besichtigt haben, wurde uns erst klar, wie gut wir es doch jetzt haben. Die Menschen lebten eingezäunt auf freier Fläche in Baracken, die kalt, eng und luftdurchlässig waren. Egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene... Familien wurden zerstört und auseinandergerissen! Niemand hatte mehr Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten. Sie mussten bei Wind und Wetter arbeiten und bekamen Zeiten zugeteilt, wo sie auf Toiletten gehen und sich waschen durften.
Birkenau. Eines der größten Vernichtungslager des zweiten Weltkrieges. Wenn man das nicht selbst sieht, kann man schwer einschätzen, wie es dort wirklich war und wie man darüber denken soll. Die Zeit in Auschwitz war sehr erschütternd und erschreckend, aber auch sehr interessant. Uns wurde in dieser Zeit sehr viel von dem Leben früher erzählt.
Und wir hoffen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

Anna-Liza, Mara, Melina und Neele