Eine Woche Auschwitz - eine Woche emotionales Empfinden

Veröffentlicht in Auschwitz

Knapp 50 Schüler und Schülerinnen aus fünf verschiedenen Schulen aus Nienburg und Umgebung reisten am Samstagabend, den 18.10.2014 nach Auschwitz, dem heutigen Oswiecim. Als wir am Sonntagmorgen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte angekommen sind, wurden wir herzlich von den Betreuern und Leitern begrüßt. Nachdem dies getan wurde, durften wir unsere Zimmer beziehen und haben uns nach der 12-stündigen Busfahrt sehr auf das Mittagessen gefreut.
Am Nachmittag führten uns drei Freiwillige durch die Kleinstadt Oswiecims. Dazu gehörte auch die Besichtigung einer Synagoge und eines jüdischen Friedhofs. Zurück in der Herberge, gab es auch schon das Abendessen. Daraufhin bekamen wir ein wenig Zeit für uns selbst, sodass wir eine Möglichkeit hatten, die anderen ein wenig mehr kennenzulernen.

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Montag, den 20.10.2014
Zum Tagesbeginn versammelten wir uns im Haus der Stille zur Morgenandacht. Nach dem Frühstück teilten sich die gesamten Jugendlichen in zwei Gruppen auf, um uns mehrere Vorträge der früheren Zeugnisse von Kindern über den Holocaust in Polen von 1944 bis 1948 anzuhören.
Als wir mit dem Mittagessen fertig waren, wurden wir von unserem Busfahrer in das Stammlager I gefahren, wo wir in Kleingruppen von einem Guide geführt worden sind. Dort sahen wir uns die Blöcke, in denen die Opfer hausten und arbeiteten, genauer an. Außerdem bekamen wir die Gaskammer, die Todeswand so wie die persönlichen Gegenstände wie Koffer, Schuhe, Brillen und Bestecke zu sehen. Was uns dann sehr geschockt hat, waren die zwei Tonnen Haare, die den Inhaftierten abrasiert wurden und die dort „ausgestellt“ sind.
Nach dem emotionalen Nachmittag trafen sich wie jeden Abend alle in den einzelnen Workshopgruppen und besprachen den Tag.

 

 

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Dienstag, den 21.10.2014
Um 08.45 Uhr sind wir mit dem Bus in das KZ nach Birkenau gefahren, welches so groß wie rund 7000 Fußballfelder ist, wo wir ebenfalls mit einem Guide eine Führung hatten. Was uns auffiel, war eine Gruppe von jugendlichen Israelis, welche in Jogginghosen mit Sonnenbrillen im Urlaubslook das Stammlager betraten. Sie taten die unvorstellbarsten Dinge. Und zwar posierten einige von ihnen mit sogenannten Kussmündern und machten „Selfies“, andere setzten sich auf die Schienen und ließen Fotos von sich machen. Ein so respektloses Verhalten konnten wir auf keinen Fall nachvollziehen. Allerdings lief ein Soldat mit den Israelis mit.
Wie dem auch sei, gab es fünf Krematorien, das sechste war in Planung. Baracken für Kinder, Frauen und Männer waren getrennt. Eine solche Behausung für Menschen ist für uns unfassbar.
Nachdem wir das KZ besichtigt hatten, haben wir eine Erhaltungsarbeit in dem Stammlager I absolviert, welches aus Laub harken und Fegen bestand.

 

 

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Mittwoch, den 22.10.2014
Unser Tag begann in Krakau mit einem Zeitzeugengespräch. Daraufhin hatten wir eineinhalb Stunden Freizeit und als nächstes führte unser Guide uns durch das jüdische Viertel. Anschließend besuchten wir das Schindlermuseum, was sehr spannend war.


Donnerstag, den 23.10.2014
An diesem Tag haben wir uns alle in den einzelnen Workshops zusammengefunden, um die Projekte wie Filmcollage, Erinnerungswürfel, Theater und Foto/Text fertig zu stellen. Gegen Abend wurden diese vor der gesamten Gruppe vorgestellt.


Freitag, den 24.10.2014
Fertig gepackt ging es zum Bus, wo uns unser Busfahrer erneut ins KZ nach Birkenau brachte, um dort einen Kranz niederzulegen und an die Opfer Auschwitz/Birkenaus zu denken.

An jedem Abend und Morgen fand eine Andacht im Haus der Stille statt, um gemeinsam den Tag zu beginnen und zu beenden.

Es war eine interessante, aber auch emotionale Erfahrung, welche man im weiteren Leben mit sich trägt. Außerdem hat sich die Meinung dazu sehr stark verändert, da man die Möglichkeit bekommt, einen Teil mitzufühlen. Diese Reise würden wir an jeden einzelnen von euch weiterempfehlen!


Lynn, Alina, Annika & Julia
Klasse 10a