Nicht jeder durfte passieren

Veröffentlicht in Schule ohne Rassismus

Nummer7

Am Morgen des 28.1. machte sich allgemeine Überraschung in der Schülerschaft der RaB breit. Schlangen bildeten sich an Haupt- und Nebeneingang zu Beginn der 2. Stunde. „Türsteher“ sorgten dafür, dass nicht jeder die Tür, die er aussuchte, nutzen konnte. Schüler/innen wurden so teilweise an der von ihnen ausgewählten Tür abgewiesen und an die andere Tür verwiesen. Beim Passieren des Haupteingangs erhielt man zudem eine kleine Süßigkeit. Immer wieder hörte man Äußerungen wie „Was soll das denn überhaupt?“ und „Warum kann ich nicht einfach hier lang?“.
Was hinter dieser Aktion steckte, wurde den Schüler/innen während einer anschließenden Reflexion in der Klasse schnell deutlich. Willkürlich gewählte Merkmale, wie beispielsweise die Jackenfarbe, entschieden darüber, welcher Eingang an diesem Mittwochmorgen genutzt werden konnte. Schnell zogen die Schüler/innen Bezüge zum Nationalsozialismus und der dort praktizierten Rassentrennung, aber auch zu Ausgrenzungen allgemein. Erkennbar wurde insbesondere die Willkür dafür, dass jemand besser, als jemand anderes behandelt wird. Außerdem erfuhren die Schüler/innen, wie es sich anfühlt, wenn man aufgrund eines bestimmten Merkmals, also ohne trifftigen Grund, abgewiesen wird.